Der Cadre Noir von Saumur

Der Cadre noir ist ein französisches Reiterkorps, das an der École nationale d’équitation (ENE) in der Nähe von Saumur, Frankreich, ausgebildet wird. Es handelt sich nicht um eine Reitakademie, sondern um ein Ausbildungsinstitut, es werden jedoch Vorstellungen angeboten.

Geschichte

Die Geschichte des Cadre Noir ist eng mit den Wirren der französischen Politik verbunden. Die erste – protestantische – Reitakademie entstand in Saumur bereits Ende des 16. Jahrhunderts, wurde jedoch bald wieder geschlossen. Erst nach dem Siebenjährigen Krieg gründete Ludwig XV. dann 1763 unter Leitung des Marquis de Poyanne eine langfristige Schule. Den Namen „Cadre noir“ erhielt sie Ende des 19. Jahrhunderts durch die schwarzen Uniformen der Reiter.

Die historische Aufgabe des Cadre Noir von Saumur bestand in der Ausbildung der Offiziere der Kavallerie. Während am Anfang nach François Robichon de La Guérinière gelehrt wurde und das Ziel die Ausbildung im Nahkampf und in der hohen Schule war, führt 1843 François Baucher seine Methode in die Schule ein.

Der Übergang zur Militärreiterei

Bei seiner Ankunft als Oberstallmeister am 16. März 1864 trifft Alexis L’Hotte, beeinflusst von Baucher, die Entscheidung, die Arbeit in der Hohen Schule gänzlich zu verbieten. Ziel wurde es einzig und allein Reiter und Reittiere auszubilden, die für den modernen Kampf geeignet waren. Dies beeinflusste von da an die Wahl der Pferde und der Übungen und auch die europäische Reiterei als solche. Man bildete Pferde zum Sprung über die Bajonette aus, inspirierte sich an der englischen Reiterei und trainierte für den langen Kampagne-Marsch. Das Reiten als Kunstform wurde nicht mehr weiterverfolgt.

1865 wurde zudem mit der Gründung der Société hippique française die Sportreiterei ins Leben gerufen. 1870 wurde Hotte‘s Nachfolger angewiesen, die Schule in Saumur auf Sport- und Freiluftübungen auszurichten, auch wenn sie vorrangig Militärschule bleibt.

Der heutige Cadre noir

Mitte der 1970er Jahre wurde erwogen, den Cadre Noir abzuschaffen, da er als anachronistisch und zu kostspielig angesehen wurde. 1972 wurde dann jedoch per Dekret die École nationale d’équitation (Nationale Reitschule) gegründet und man begann mit der Ausbildung von Führungskräften für Reitlehrer.

Seit 2010 ist die Schule nun Teil des Institut français du cheval et de l’équitation (Französisches Institut für Pferde und Reiten). Ihre Mitglieder setzen sich aus Zivilisten, aber auch aus Militärs zusammen. 2006 waren es neun Knappen. Seit 1996 wird der Cadre noir als „das Lehrerkollegium der nationalen Reitschule“ beschrieben.

Es werden mittlerweile auch wieder Übungen der Hohen Schule vorgeführt und studiert.

Pferde

Der Cadre Noir beherbergt 360 Pferde, von denen 272 der Anlage selbst gehören, und 66 unter Vertrag dressiert werden.

Die Pferde werden im Alter von drei Jahren bei Züchtern in ganz Frankreich gekauft. Im Gegensatz zur Spanischen Hofreitschule in Wien, wo nur Lipizzaner geritten werden, setzt der Cadre noir auf mehrere Pferderassen, hauptsächlich jedoch Selle Français und Anglo-Araber, aber auch auf Vollblüter. Alle haben ein fuchsfarbenes oder braunes Fell, um homogene Vorstellungen zu ermöglichen.

Die Pferde werden nach dem Kauf abgerichtet. Diese Ausbildung dauert sechs bis acht Jahre, wobei drei Jahre der klassischen Dressur und drei bis fünf Jahre der Spezialausbildung gewidmet sind, wobei die Ausbildung von Dressur-Springern länger dauert, da sie zehn bis zwölf Jahre alt sind, wenn sie vorgestellt werden.

Karten hier.

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