ArtEquestre ist eine reiterliche Vereinigung, die sich der Pflege, Weiterentwicklung und Vermittlung der jahrhundertealten Tradition der Reitkunst widmet.

Ihre Wurzeln liegen in der Niederen Schule der Hethiter und Meder. In der Renaissance wurde diese Tradition ab ca. 1442 aus Byzanz nach Neapel eingeführt und durch die Hohe Schule bereichert. Aus Neapel kam sie sodann über die Wettiner und Habsburger nach Deutschland und Spanien.

Sie basiert auf dem Nahkampf zu Pferd und wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einer eigenständigen Kunst. Zu den ursprünglichen Anforderungen an das Kriegspferd kamen die Schulsprünge (die ‚hohe‘ Schule) und repräsentative Paradebewegungen hinzu.

ArtEquestre möchte dieses überlieferte Wissen bewahren und weitergeben – jenes Wissen, das große Meister der Renaissance wie Ferrante von Aragon und sein Stallmeister Monte Pagano systematisierten und vervollkommneten und das von Meistern wie Federigo Grisone und Cesare Fiaschi aufgezeichnet wurde.

Unsere Mitglieder widmen sich der schöpferischen Dressur, die über das bloße Ausführen festgelegter Lektionen hinausgeht. Im Mittelpunkt steht die harmonische Verbindung von Pferd und Reiter.

ArtEquestre versteht Reitkunst als lebendige Kunstform: aus der Tradition schöpfen, um mit dem Pferd etwas Eigenes zu schaffen.

Vorführung eines barocken und eines Renaissance-Kostüms durch Dr. Ulrike Ortrere im Park von Versailles.

Was ist ReitKUNST?

Die Reitkunst ist freie schöpferische Gestaltung und subjektiver Ausdruck. Das Aussehen der Pferde, ihre Farbe und die Kleidung des Reiters sind individuell unterschiedlich und dies ist gewollt.

Die benutzten Pferde basieren auf dem Typ des antiken Nisäers, der die Neapolitaner, PRE, Lusitano und Lippizzaner entscheidend geformt hat. Das heißt, sie haben ca. 150-160 cm Stockmaß, das Talent zur engen Wendung, dem Galop der Karriere und Schulsprüngen. Der Rücken des idealen Pferdes der Reitkunst ist versammelt, wenn man aufsteigt.

Dr. Ulrike Ortrere auf Lusitano-Hengst Corsario d’Escolina im barocken Kostüm in einer Übung des Barock, dem Mezair.

Diese Reitweise ist Kunst, nicht Sport. Was ist der Unterschied?

Es geht eigentlich nicht um Kunst oder Sport, sondern um die Nutzungswünsche an das Pferd.

Beim heutigen Sportreiten sind die Pferde durch den historischen Einfluss des Achal-Tekkiners Darley Arabian, des Stammvaters der englischen Vollblüter, beeinflusst. Dies begründet sich zum einen durch eine Verlängerung der Distanzen im Pferderennen unter Charles II. von England, zum anderen aus dem Bedarf mit großen Pferden ab den Napoleonischen Kriegen über Bajonette zu springen.

Da diese Pferdesorte bis in den 2. Weltkrieg in großer Anzahl zum Militärgebrauch gezüchtet wurde, ist sie heute oft in deutschen und französischen Ställen vorherrschend.

Sie haben zwischen 160 bis 175 cm Stockmaß, einen langen Rücken und ausgreifende Gänge mit Schwebephase (die ihnen das Ausruhen im Distanzgalopp erlaubt). Da sie hohe Hindernisse überqueren mussten, sind sie schlank und langbeinig, aufgrund der historischen Militärnutzung meist braun.

Der dazugehörige Reitstil, der die hohen unbequemen Bewegungen ausgleichen muss, wird aufgrund der Einführung der Pferde über England als englisch bezeichnet. Der Ursprung liegt jedoch in der Region Zentralasien und ist genauso alt wie die Reitkunst des Nahkampfs der Meder.

Unterformen des Sportreitens sind:

Jagd-, Renn- und Springreiten: Hier läuft das Pferd in seiner Haltung relativ unbeeinflusst. Enge Wendungen sind nicht vorgesehen. Der Reiter sitzt leicht und stellt lediglich sicher, dass er im Sattel bleibt und die Richtung hält, genau wie die Steppenreiter der Antike.

Turniersport Dressur: Hier sind die Lektionen zum Teil ein Echo der Reitkunst, sind aber den Realitäten des Achal-Tekkiner-Einflusses unterworfen. Einem engen Wendekreis auf der Hinterhand steht die Länge des Pferdes und die Balanceverschiebung auf die Vorhand entgegen. Verlangt werden daher nur Übungen wie verstärkter Trab und Galopp, aber keine Pesaden oder Sprünge über der Erde. In der dabei benutzten Form einer ‚Piaffe‘ erfolgt oft wenig bis keine Lastaufnahme der Hinterhand. Das Pferd hebt nur rhythmisch-anerzogen die Beine. In der Sport-Passage wird akzeptiert, dass das Pferd nicht passagiert, sondern sakkadiert von einem Bein auf das andere springt. Das Pferd hat einen starken Vorwärtsdrang und tritt auch vor das Maul aus der Balance heraus.


Wenn Du absteigst, sieh Deinem Pferd in die Augen und frage Dich, ob Du diesem wundervollen Tier gerecht geworden bist.

Nuno Oliveira

Ausritt mit Freunden im Park von Versailles.

… und wenn es warm ist, haben wir auch einfach mal nur Spaß zu Pferd….

Christine Voigtmann auf PRE Abrileña in der bis ca. 1480 üblichen Form der Reitkunst … ohne Sattel.

Impressum:

ArtEquestre

Sitz: Dresden, Versailles; Vorstand: Dr. Ulrike Ortrere

Kontakt: info@artequestre.org

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