Die Cavallerizze der Aragonesen – Ausgangspunkt der Verbreitung der Reitkunst in Europa
Ein Forschungsbeitrag von Dr. Ulrike Ortrere zur möglichen Lokalisierung der ersten „Schule“ der Reitkunst in San Gennaro Vesuviano.
Süditalien besaß bereits seit der Antike eine bedeutende Tradition der Pferdezucht. Diese und die Ausbildung der Pferde und Reiter folgten dabei den Anforderungen des Krieges.
Der mittelalterliche Reiter kämpfte mit dem schweren, steifen Sitz der à la brida, auch ghisa genannt. Sein Pferd sollte kraftvoll geradeaus gehen und die Reihen des Gegners durchbrechen. Das Reiterbein war fest durchgedrückt, um die Kollision abzufangen. Daneben existierte die leichtere Gebrauchsreitweise der gineta, mit angezogenen Knien und einem beweglicheren Sitz.
Dann jedoch erlebte die Kriegsführung einen entscheidenden Wendepunkt als die Ottomanen im Jahr 1453 Konstantinopel mit der Hilfe von Kanonen einnahmen.
Die Kanone ersetzte von da an zunehmend die gepanzerten Ritter. Hinzukam die immer weitere Anwendung von Pikensperren. Man brauchte den Pferdekoloss nicht mehr. Schwerter und ab ca. 1547 die Radschlosspistole[2] eroberten das Feld. Das Scharmützel kam auf. Für dieses benötigte man jedoch einen anderen Typ Pferd. Ein Pferd, das sprintete, wendete und auf engem Raum im Gleichgewicht blieb. Es brauchte also in reiterlichen Worten eine Karriere, eine Hinterhandwendung und eine Volte.
Neapel sollte hierbei für Europa zum Ausgangspunkt der neuen Reitkunst werden. Denn die Ottomanen bedrohten zuallererst dessen aragonesische Herrscher. Und diese versuchten eilig, das Problem vor ihren Toren zu lösen…
Von Byzanz nach Neapel
Ausschlaggebend wurden in dieser Entwicklung zwei Aragonesen, also aus heutiger Sicht Spanier: Alfons von Aragon (1396–1458) und sein illegitimer Sohn Ferrante (1423/24–1494),[3] ab 1442 Herrscher von Neapel.
Sie übernahmen hierzu eine antike, zentral-asiatische Reitweise und deren Pferdetyp.
Die Inspiration hierfür kann aus dem weiteren Umfeld des Konzils von Ferrara und Florenz (1438–1439)[4] gekommen sein. Bei diesem stellten die Byzantiner eine spektakuläre Delegation unter Kaiser Johannes VIII. Palaiologos. Dass die Aragonesen sie persönlich sahen, ist jedoch fraglich.[5] Aber die Byzantiner hinterließen sicherlich Spuren an den Höfen von Ferrara und Florenz. Vor allem die Este aus Ferrara waren dynastisch eng mit Neapel verbunden.[6] Ferrante wuchs ab der Thronbesteigung seines Vaters mit deren Thronerben, Ercole und Sigismondo,[7] in Neapel auf. Bereits in jenem Moment organisierte Alfons eine militärische Ausbildung für die drei. Ein Reitlehrer oder einfach nur begabter Reiter kann die Este begleitet haben.
Eine mögliche – und wahrscheinlichere – Anregung könnte jedoch auch von griechischen und albanischen Stradioten, also byzantinischen Söldnern, im Dienst von König Alfons gekommen sein. Wir wissen insbesondere, dass der albanische Militärführer Vrana Konti (Brana Conte) noch vor Besteigung des Throns von Neapel durch Alfons (1442) in dessen Heer gedient hatte.[8]
Vor allem das Tzykanion, das zu Pferd gespielte Ballspiel der Byzantiner, mag hier als Mittler der Tradition gedient haben. Es nutzte eine Reitweise, die auf Beweglichkeit, Gleichgewicht und schnelle Richtungswechsel ausgerichtet war. Hierzu war wohl der hetitisch-medische Nisäer, der zumeist von Persern[9] ausgebildet wurde, in Byzanz bewahrt worden. Dass es sich um den in zahlreichen antiken Quellen[10] gepriesenen Nisäer handelte, deutet eine neuere Genstudie an.[11] In der Tat gibt es wohl auch keine anderen Kandidaten.[12]
Durch die Aragonesen und ihre nahen Verwandten in Ferrara und Mantua erfolgte sodann nicht nur der Import der Pferde, sondern auch die Übernahme der antiken (Nahkampf)Reitweise, die man bereits in Xenofons Peri Hippika beschrieben findet. Um Neapel herum entwickelte sich von da an die darauf basierende Reitkunst als Paradereitweise. Man erfand die Hohe Schule, wobei sich das Adjektiv ‚hoch‘ auf die Sprünge wie etwa die bekannte Kapriole bezog.
Der herausragende Protagonist dieser Entwicklung war Ferrante, der illegitime Sohn Alfons’ V. von Aragón, der ab 1458 König von Neapel wurde. Er wird als pferdeversessen beschrieben und arbeitete sogar selbst als Stallmeister in einer der aragonesischen Cavallerizze, derjenigen von Longola. Diese Information und den Typus seiner Pferde gibt uns die Beschreibung des Besuchs des Kaisers Friedrich III. in Neapel, bei dem man dem Gast erstmals auch ‚türkische Pferde mit roten Schweifen‘ vorstellte.[13] Diese bezeichnende Rotfärbung findet man sodann bei den Schimmeln der Sala dei Cavalli im Palazzo Té wieder und in Bildern von Paraden der Ottomanen in Konstantinopel, die schon bald am für die Reitkunst so wichtigen Hof von Dresden in den legendären „Inventionen“ nachgebildet werden (inklusive der gefärbten Schweife).[14]
Über Ferrantes Reitlehrer wissen wir, wie erwähnt, wenig. Die Indizien weisen jedoch zumindest als Inspiration auf eine schillernde Persönlichkeit hin, von der man dies vielleicht nicht erwarten würde: Auf den albanischen Fürsten Skanderbeg und seine Entourage, einschließlich dem erwähnten Vrana Conte.
Georg Kastrioti, genannt Skanderbeg (1405–1468), war einer der bedeutendsten Gegner der Osmanen. Als Ferrante in den 1460er Jahren um den Erhalt seines Königreichs kämpfte, kam sein Vasall ihm mit seinen leichten albanischen und griechischen Reitern – den sogenannten Stradioten – zu Hilfe. Nach Skanderbegs Tod und einer massiven Emigration der Christen aus Albanien zogen seine Witwe und sein Sohn sogar zu Ferrante ins Castel Nuovo.
Ob Skanderbeg Ferrantes persönlicher Reitlehrer war, lässt sich nicht belegen. Wir können noch nicht einmal ikonografisch belegen, dass Ferrante selbst in der Reitkunst ritt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er sie einfach nur förderte. Sicher ist jedoch, dass beide Männer in engem militärischem und freundschaftlichem Kontakt standen und Ferrante die Reit- und Kampfweise der Leute Skanderbegs aus unmittelbarer Nähe kennenlernen konnte.
Diese Reitweise war dabei wohl auch nicht die ursprüngliche der Albaner.[15] Skanderbeg lernte sie wahrscheinlich in Edirne[16] an der Hofschule der Ottomanen von einem byzantinischen Renegaten oder Perser, Vrana Conte in einer ähnlichen Umgebung. Skanderbeg, seine Leute und seine Familie brachten sie sodann nach Neapel. Dies kann nur vermutet werden. Dokumente gibt es nicht. Ein essenzieller Hinweis findet sich allerdings: ein Bild. Auf diesem sieht man die Männer Skanderbegs sattellos mit langem Bein und leichter Rüstung in die Schlacht reiten. An ihrer Seite reiten die schwer gepanzerten Neapolitaner.
Bis dahin wurde die Nahkampfreitweise, die zur Einführung der Reitkunst in Europa führte, wohl vorwiegend sattel- und steigbügellos geritten. Auf historischen Abbildern sieht man die antiken persischen Herrscher jedenfalls ohne Sattel, etwa auf den Felsreliefs von Bīšāpūr, ebenso wie den byzantinischen Kaiser auf dem Barberini-Diptychon.

Die Männer Skanderbegs begleiten im Jahr 1481 Giulio Antonio I. Acquaviva d’Aragona im Kampf um Otranto. Man sieht die Harnische und den hohen Sattel der Italiener und die leichten Waffenröcke der sattel- und steigbügellos reitenden Stradioten. Der Sohn Skanderbegs, Giovanni Castriota,[17] war in der Schlacht anwesend. Es könnte sich bei ihm um den Mann an der Seite Aquavivas handeln. Aquaviva wurde in einem Scharmützel vor Otranto enthauptet. Aus dieser Jagd der Türken nach Köpfen entwickelte sich das höfisch-imitierende Kopfrennen. Man bemerke im Vordergrund die Kanonen. Fasciculus temporum, MS M.801, fol. 81v, Morgan-Library-Museum.[18]
Skanderbegs Sohn wohnte später zusammen mit seiner Mutter Andronica Arianiti-Comneniata über viele Jahre hin im Castel Novo Neapels Seite an Seite mit Ferrante. Die jüngste Entdeckung der Böden der Ställe im Castel Nuovo gewinnt in diesem Zusammenhang eine ganz neue Bedeutung. Sie sind der Urboden der Einführung der antiken Nahkampfreittechniken und der Erfindung der höfischen Reitkunst in Europa.
Giovanni (oder Gijon) wird später als Herzog von San Pietro in Galatina neapolitanischer Pferdezüchter.[19] Noch Federigo Grisone erwähnt seine Zucht.[20] Giovanni selbst ritt dabei einen ‚Türken‘, also ein Pferd, das aus den ottomanischen Gebieten stammte und wohl vom antiken Nisäer abstammte.
Dass man später die neue Reitkunst in Spanien, dem Heimatland Ferrantes, ‚stradiotisch‘ nannte, während man sie in Italien als ‚spanisch‘ bezeichnete, kommt also nicht von ungefähr. ‚Erfunden‘ hatten sie jedoch weder die Stradioten noch die Spanier. Sie ist wesentlich älter und man sieht sie bereits bei den antiken Persern dargestellt, einschließlich des heute so beliebten ‚spanischen‘ Schritts.[21] Die Verbindung dieser Reitkunst zu den Medern und Persern zieht hierbei die Cyropaedia Xenofons, die Alfons bereits 1438 für seinen Sohn übersetzen ließ.[22] Die Herkunft der Pferde und Reitweise war den Aragonesen also nicht unbekannt.
Unter Alfons V. von Aragon – der 1442 als Alfons I. König von Neapel wurde – kamen zu den byzantinischen Pferden (die man, wie gesagt, als ‚türkisch‘ bezeichnete) spanische und maurische Einflüsse und Pferde hinzu. Man züchtete das neue Pferd, dessen daraus folgende ‚Bastardisierung‘ jedoch schon Cesare Fiaschi 1556 befürchtete und bedauerte. Grisone meint, nur unter den Aragonesen seien die Pferde noch ‚wirklich gut‘ gewesen. Pluvinel und Guérinière beschweren sich später offen, dass sie das wahre Pferd der Reitkunst nicht mehr hätten.[23]
Was sie nicht mehr hatten, war, wie es scheint, der aus der Antike überkommene Nisäer, den man zu freizügig in die lokalen Stuten eingekreuzt hatte. Er hinterließ nichtsdestotrotz bis heute seine genetischen Spuren.
Man erfand die spektakuläre Hohe Schule somit nur aufgrund der Talente dieses Nisäer-stämmigen Pferdes.[24] Man sprang, weil das Pferd es anbot. Wenn man nach ihm sucht, findet man ihn heute in den spanischen und portugiesischen Stierkampfpferden wieder (und man möchte fast sagen: nur in diesen).
Wenn man den Fokus in der heutigen Zucht auf seine Qualitäten setzen würde, und nicht auf fälschliche Traditionen, vermeintliche Herkünfte oder nationalistisch-verfärbte Irrtümer von ‚reinen‘ Rassen, wäre der Nisäer sicherlich aus den von ihm abstammenden PRE und Lusitano ‚wiedergewinnbar‘. Dabei sei daran erinnert, dass das Wort und Konzept der ‚Rasse‘ in seinem engstirnigen Sinn erst im Kontext der hier erklärten aragonesischen Bemühungen entstand und damals nichts weiter hieß als ‚Gestüt‘.[25] Als also Grisone die ‚Razze del Regno‘ beschrieb, sprach er nicht etwa von 136 verschiedenen Pferderassen in Kampanien und Apulien. Das Konzept der Reinheit der Rasse (‚pura razza‘) kam sodann von den Habsburgern, vor allem Philipp II. von Spanien (die damit letztendlich ihre Familie auslöschten).
Ab den letzten Jahren der Herrschaft Ferrantes sieht man sodann neapolitanische Reitlehrer und Pferde an allen Fürstenhöfen auftauchen. Man denke an Carlo Theti (Christian I., Dresden), Giovanni Battista Ferrara und sein Sohn Pirro Antonio (Philipp II., Spanien), Giovanni Battista Pignatelli (Orsini und Farnese, Rom) etc.
Die neapolitanischen Pferde wurden umso berühmter, umso mehr man sie auf dem Schlachtfeld brauchte.
So schreibt Grisone über die Zucht von Angeluzzo dello Tito in der Basilicata, dessen Brandzeichen habe ihm König Franz von Frankreich gesandt, nachdem ihn ein Pferd aus dieser Zucht in der Schlacht von Marignano zum Sieg getragen habe. Aus diesem Grund habe Franz jedes Jahr einen Agenten geschickt, um Fohlen aus dieser Herde zu kaufen.
Diese Pferde gewannen also im Nahkampf und retteten damit Leben. Und zwar das Leben von Königen.
Gleiches hört man von Enrico Pandone, der den Hengst San Giorgio in Venafro züchtete, zuritt und als Geschenk zu Kaiser Karl V. sandte und dies auch für andere Herrscher tat.[26]
Es zeigt sich also, dass die Region um Neapel ab Ende des 15. Jahrhunderts ganz Europa mit Pferden belieferte und diese auch vor der Lieferung zuritt. Und sichtlich ‚produzierte‘ man sodann auch schon bald die passende ‚Gebrauchsanweisung‘: neapolitanische Reitlehrer. Sie wurden um so wichtiger, um so mehr sich die Radschlosspistole durchsetzte.
Noch als Karl III. 1759 Neapel Richtung Madrid verließ, nahm er neben 80 neapolitanischen Pferden auch eine Vielzahl neapolitanischer Reitlehrer und Stallmeister mit sich.[27] Den Neapolitanern selbst hinterließ er die fehlgegangene Mischzucht des Persano. In dieser hatte man, wie andernorts auch, das Reitkunstpferd mit dem englischen Vollblut (also den Nachkommen des Achal Tekke Darley Arabian) gepaart. Der Versuch führte zum Untergang des bis dahin so berühmten Neapolitaners (genau wie dem Sachsen, dem Oldenburger etc.).
Eine Frage ist bisher jedoch nach alledem zumeist offengeblieben. Wo lernten diese neapolitanischen Reitlehrer ihre Kunst? Wie kommt es, dass sie plötzlich um das Jahr 1500 herum wie aus einem fruchtbaren Bienennest an alle bedeutenden Höfe Europas ausschwirrten und alles so viel besser konnten als alle anderen? Wo stand sie, diese Schule?
Und …. gab es sie überhaupt?
Eine Reitschule König Ferrantes?
Oft spricht man heute vor allem in deutschen Landen von angeblichen Reitakademien und benutzt den Begriff ‚akademische Reitkunst‘. Dieser Irrtum wurde, wie es scheint, von dem französischen Reitlehrer Guérinière in die Welt gesetzt.
Die Entwicklung, Lehre und Weitergabe der neuen Reitkunst erfolgten wohl zuerst innerhalb der königlichen Familie der Aragonesen und ihrer Verzweigungen. Diese Affinität zu Pferden lag in ihrer Tradition. Schon Ferrantes – angeheirateter – Onkel Dom Duarte von Portugal hatte ein bedeutendes Reitbuch geschrieben.[28] Ferrante verfasste sodann regelmäßig Briefe und Reitanleitungen an seine Kinder und Enkel, teils auch mit Übersetzungen älter Texte, etwa dem Ruffos. Dass sich die neue Reitkunst zuerst in Ferrara und in Mantua durchsetzte, kommt daher nicht von ungefähr.[29]
Sodann könnte jedoch eine beständigere Form der Lehre angestrebt worden sein. Der Grund der Entwicklung war, dass die Reitkunst mit ihren engen Volten und Manövern wesentlich mehr Jahre des Studiums und der Pferdeausbildung benötigt als ein simples Geradeausreiten. Man kann vermuten, dass es dabei das erste Ziel war, die königlichen Nachkommen und Adeligen zu Heerführer und vor allem zu geschickten Nahkämpfern auszubilden. Vielleicht waren neapolitanische Reitlehrer jedoch auch schon bald genauso prinzliche – und damit wichtige – Staatsgeschenke wie neapolitanische Pferde.
Federigo Grisone, Claudio Corte und andere geben uns Hinweise:[30]
- Grisone schreibt 1550 in seinen legendären Ordini di cavalcare: ‚Messer Vincenzo Respino erzählte mir, dass er in der Cavallerizza des Königs ein störrisches, sehr altes Pferd hatte...‘
- Antonio Pirro Ferraro erwähnt Respina ebenfalls gegen Ende des 16. Jahrhunderts und sagt, er habe einst für König Ferrante in dessen Cavallerizza gearbeitet. Sodann zählt er eine lange Liste von Reitern auf, die in Ferrantes Cavallerizza oder später in der der Habsburger Könige ausgebildet worden seien. Er nennt ihre jeweilige Lehrbeziehung und viele weitere Reiter und ihre Lehrer. Zudem erwähnt er Monte Pagano als ‘Cavallerizzo maggiore del Serenissimo Don Ferrante d’Aragona’.
- Claudio Corte schreibt seinerseits 1562: ‚Mein Vater war in jener glücklichen Zeit Stallmeister und Reitmeister, in der die Pferde wahrhaft gut waren und gute Bereiter in hohem Ansehen standen und sehr gut entlohnt wurden. Er war Stallmeister dieser königlichen und niemals genug zu lobenden Dame, Isabella von Aragón, Tochter Alfonsos, des hinkenden Königs von Neapel, und Herzogin von Mailand. Da ich selbst dieser göttlichen Herrin als Page diente, zusammen mit nicht weniger als fünfunddreißig anderen, sämtlich von edler Herkunft, erlernte ich die Grundlagen und den größten Teil dessen, was ich weiß und in diesem Buch niederschreibe.‘
Die ausgezeichneten neapolitanischen Reitlehrer wurden im 16. Jahrhundert also im königlichen oder zumindest hochadeligen Umfeld ausgebildet. Erst zentrierte sich die Ausbildung um König Ferrante, aber schon bald erwähnt man seinen Sohn Alfonso, dessen Tochter Isabella, dann Phillipp II. von Spanien beziehungsweise den von ihm eingesetzten Vizekönig und ihre diversen Stallmeister und so weiter. Man gibt den ‚Staffelstab‘ weiter.
Ferrante scheint jedoch der Ausgangspunkt gewesen zu sein.
Der Name des Stallmeisters der Schule Ferrantes ist überliefert: Monte Pagano. Wir hören auch von dessen Sohn Cola.[32] Und siehe da: Man schreibt Cola Pagano nichts weniger zu als die Erfindung der Volten (‚torni‘), die noch heute jeder Reiter wie ein Echo seines Tuns erlernt. Egal, ob er oder sie in der Reitkunst reitet… Einmal eingeführt, repetiert sie auch bis heute der Springreiter, der Westernreiter und der Reiter von auf Achal Tekkes basierenden Sportpferden.
Ein Dokument gibt uns dabei einige Informationen über die möglichen Anfänge: Es berichtet vom Besuch des Habsburger Kaisers Friedrich III. in Neapel im Jahr 1452.[33] Dieser kommt nach seiner Krönung nach Neapel, um seine Hochzeit mit der Nichte von Alfons von Aragon zu begehen. Alles weist darauf hin, dass er sodann die neue Reitkunst mit sich im Gepäck nach Hause nimmt. Er wird, zusammen mit den ihm naheverwandten Wettinern, zum Förderer der Reitkunst in Deutschland und Zentraleuropa.
Friedrich muss also beeindruckt gewesen sein. In der Tat tut Alfonso alles, um ihn – und dem ebenfalls anwesenden jungen König der Ungarn – mit Jagd und Pferdebesichtigung zu imponieren.
Man berichtet von ihrem gemeinsamen Ausflug:
„Und sie gelangten in die Umgebung eines Palastes auf dem Piano di Palma, den Seine Majestät auf älteren Gebäuden hatte wiedererrichten lassen, zwei Meilen von der Stadt Nola entfernt. Er lag mitten in der Landschaft, von wo aus sich in alle Richtungen ein außerordentlich weiter Ausblick bot: Rund um den Palast erstreckte sich die flache, ebene Landschaft über acht oder zehn Meilen, umgeben von Hügeln und an den Grenzen von Bergen.“
Die Hofgesellschaft jagt. Dann fährt der Berichterstatter fort:
„Und am dritten Tag der Jagd brachen sie von dem genannten Palast auf (in diesem befand sich eine große Cavallerizza, voll mit Pferden. Sämtliche Fohlen stammten aus den Tälern Kalabriens, waren am Kopf mit dem Zeichen des Königs gebrandmarkt und an der Hinterhand mit dem Wappen des Königreichs. Es waren insgesamt 2.000 Pferde. Diese Ställe waren für den genannten König Alfons so gut eingerichtet worden.)
Nachdem sie fünf Meilen von dem genannten Palast und zwei Meilen von der Gegend um San Marzano entfernt waren, fanden sie eine weitere Unterkunft, allerdings nicht mit so vielen Sälen und Zimmern wie die erste. Doch Stall und Cavallerizza waren ebenso groß wie die erste, mit sehr großen Höfen und sehr bequemen Räumlichkeiten für die Bediensteten.
Und in dieser Cavallerizza befanden sich weitere 200 Pferde, Fohlen anderer Gestüte Kalabriens, mit deren Zeichen und Wappen, und an der Hinterhand mit einem N gebrandmarkt, was die Rasse der Noblen bedeuten soll. Allesamt außergewöhnlich große und noble Corsieri.
Die genannte Cavallerizza war auf Befehl Seiner Majestät errichtet worden, aber Don Ferrante von Aragón, der einzige Sohn von König Alfons, diente als ihr Stallmeister.
Und diese Cavallerizza nennt man La Longola.
Als sie dort angekommen waren, aßen sie am Morgen, und Seine Majestät ließ die vorgenannten Pferde einzeln, eines nach dem anderen, am Kappzaum vorübertreiben. Und da die Ställe zwei Tore hatten, liefen die genannten Pferde, nachdem sie durch das eine hinausgeführt worden waren, durch das andere wieder hinein. Als Stallmeister diente beständig Don Ferrante von Aragón, der der in seinem Dienst äußerst geschickt und gewissenhaft war.“
Wir erfahren also, dass es im Jahr 1452 zwei Cavallerizze nahe dem Vesuv und Neapel gab.
Beide lagen laut der Erzählung im Jagdgebiet der Aragonesen unweit des Sarno. Wir erfahren auch, dass sich der Kronprinz Ferrante in Longola besonders um eine kleinere Gruppe ‚nobler‘ Pferde kümmerte und sogar als ihr fester Stallmeister fungierte. Man kann also vermuten, dass ihm die Pferde in Longola wichtiger waren. Vielleicht waren es die zum Reiten ausgebildeten Hengste, während im zuvor erwähnten Gestüt die Fohlen und Stuten standen? Beide Institutionen waren, wie es heißt, extrem gut ausgestattet, aber in der ersten Cavallerizza war wesentlich mehr Platz für die Hofgesellschaft.
Sicher ist: Ein wesentlicher Grund für die Konzentration der königlichen Pferdehaltung in diesem Gebiet dürfte das verfügbare Weideland gewesen sein. 2.200 Pferde wollen ernährt werden. Bei einem sehr groben Ansatz von etwa einem Hektar Weideland pro Pferd wären dafür rund 2.200 ha erforderlich.
Die erste Cavallerizza
Um den Ort der ersten Cavallerizza von (vor) 1452 zu finden, wissen wir also: Sie liegt in aragonesischen Zeiten in einer unbewohnten Ebene, dem Piano di palma, 2 Meilen von Nola entfernt, 5 Meilen von Longola und 3 Meilen von San Marzano. Sie steht auf älteren Fundamenten und sie steht allein.
Auf einer historischen Karte aus dem Jahr 1642 sehen wir in der Tat eine Cavallerizza direkt am – heute zum Teil verlorenen – augusteischen Aquädukt eingezeichnet. Auf der Karte liegt sie auf gerade Linie zwischen Palma und dem Vesuv. Lettieri[34] bestätigt ebenfalls und bereits 1560, dass am Aquädukt eine Cavallerizza liege.
Einen späteren Hinweis gibt uns zudem der barocke Geistliche Remondini[35]. Er schreibt, dass man im Gebiet von Sirico, das zum Piano di Palma gerechnet werde und in der Ebene unterhalb des Hügels von Castello liege, noch Mitte des 18. Jahrhunderts die Ruinen eines gewaltigen Bauwerks haben sehen können. Dieses sei von König Ferrante errichtet und als königlicher Pferdestall genutzt worden, mit Unterkünften für die Falkner, die ihn bei der Jagd auf Milane und Adler begleitet hatten. Sirico ist hier das alte Casale di Sirico, das heute zu Saviano gehört. Das Problem ist allerdings, dass wir dort keine archäologischen Überreste eines solch gewaltigen Gebäudes finden.
Ein besserer Kandidat für den Ort der Cavallerizza finden wir dagegen im nahen San Gennaro Vesuviano. Es war in Renaissance-Zeiten unbesiedelt, aber es gab ein älteres Gebäude, auf dem man die Cavallerizza hätte bauen können: eine Kapelle mit Pilgerunterkunft. Nach dem verheerenden Ausbruch des Vesuvs im Jahr 472 n. Chr. war das Gebiet von einem dichten Wald überdeckt worden. Alfons von Aragón ließ ihn roden, damit dort die Falkenjagd stattfinden konnte. Er könnte dabei auch die dort bestehende, dem heiligen San Gennaro geweihte Kapelle[36] – oder besser die Unterkunft der Pilger – als Basis für seine Cavallerizza benutzt haben.
Diese Kapelle von San Gennaro wurde unzweifelhaft – in jenem Moment oder später – mit einer Cavallerizza bereichert. Als man sie 1613 an die Frati Minori übertrug, erwähnt man eine solche.
Was tun mit dem Hinweis von Remondini?
Er will im 18. Jahrhundert die Cavallerizza König Alfons’ als Ruine gesehen haben. Und er verortete sie in der Nähe von Sirico, 4 km weiter entfernt. Die Tatsache, dass er die Ruinen einer königlichen Cavallerizza von dem noch stehenden Kloster zu unterscheiden scheint, das er gekannt haben muss, spricht zunächst dagegen, die beiden Anlagen miteinander gleichzusetzen. Sie schließt dies jedoch nicht aus. Remondini kannte möglicherweise die ältere Baugeschichte des Klosterkomplexes nicht, kann sich geirrt oder die Ortsangaben in seinem Text schlicht unglücklich formuliert haben. Man bedenke: Das heutige San Gennaro Vesuviano entstand erst im 19. Jahrhundert als wirkliche Ortschaft.[37]
Uns bleiben zwei weitere Indizien, auf die wir uns stützen können.
- San Marzano: Die Beschreibung der Cavallerizza, die Alfons 1452 besucht, erwähnt ein nahes ‚San Marzano‘. Ein Ort namens Marzano ist sowohl von Sirico als auch von San Gennaro Vesuviano ca. 6,5 km entfernt. Es passt, aber hilft uns nicht weiter.
- Das Aquädukt: Lettieri schreibt 1560 das augusteische Aquädukt führe über die „Cavallerizza und von dort über die Masseria von San Martino und andere Orte bis unter Santa Maria del Pozzo“. Die Masseria ist heute vergessen, aber die Kirche besteht noch immer. Sie liegt in Somma Vesuviana. Neue Forschungen zur Lage des Aquädukts weisen darauf hin, dass der hauptsächliche Weg des Aquädukts über San Gennaro Vesuviano lief, nicht über Sirico/Saviano. Neben Saviano führt nur ein Nebenzweig vorüber, der dieses nicht mit Somma verbindet.
Hierzu kommt ein dokumentarischer Hinweis aus dem Jahr 1493. Ferrantes Herrschaft war über viele Jahre hin von Krieg und innerem Konflikt in seinem Reich geprägt. Erst das Jahr 1492 markierte einen Wendepunkt. Es sah kurzzeitig nach Frieden aus. Und es scheint, er nutzte den Moment. Im Jahr 1493 ordnete er Bauten an einer Cavallerizza für 120 Pferde im Piano di Palma im Gebiet der Grafschaft Nola an. Die veranschlagten Kosten beliefen sich auf 500 Dukaten. Diese Summe ist beachtlich, aber durchaus nicht überwältigend. Mit der Durchführung wurde Giacomo Barrile, der damalige Gouverneur der Grafschaft Nola, betraut. Zur Finanzierung durfte er auf verbliebene Einnahmen der Grafschaft zurückgreifen. Wo die Arbeiten stattfanden, wird nicht erwähnt. Ferrante kann von einem Neubau sprechen oder aber, und das ist wahrscheinlicher, den Wiederaufbau der schon bestehenden Cavallerizza nahe dem augusteischen Aquädukt befohlen haben. Wie erwähnt, einhundertzwanzig Jahre später, im Jahr 1613, gibt es einen gesicherten Hinweis auf die Existenz einer Cavallerizza in San Gennaro Vesuviano.
Dokumente zeigen, dass Scipione Pignatelli, Graf von San Valentino und Markgraf von Lauro, damals durch eine vom Notar Galeota in der bischöflichen Kurie von Nola ausgestellte Urkunde dem Bischof von Nola, Monsignore Fabrizio Gallo, im Jahr 1613 eine großzügige Schenkung zugunsten der reformierten Minderbrüder des heiligen Franziskus machte. Dabei verschenkte er eine Kirche und eine Cavallerizza. Der Markgraf stiftete außerdem die Fiera, den Jahrmarkt, der noch heute alljährlich stattfindet und der stark auf Pferdezucht und Pferdehandel ausgerichtet war.
Die Indizien erlauben daher die Hypothese, dass der heutige Convento Francescano dei Frati Minori von San Gennaro Vesuviano zumindest Teile des älteren aragonesischen Pferdekomplexes überlagert.
Der Stadtkern von San Gennaro, die großzügige Piazza Regina Margherita, wäre in diesem Falle der Reitplatz gewesen. Eine Reithalle wird man vergeblich suchen. Reithallen kannte man damals noch nicht.[i] Man wird auch vergeblich nach Sandschichten suchen. Es war gerade die außergewöhnliche Qualität des vom Vesuv mit Asche bereicherten Bodens um Neapel, die die Gegend zum Aufzuchtort von Pferden machte.
Man kann also anhand der Argumente annehmen, dass die Cavallerizza der Aragonesen von ca. 1452 am Ort des heutigen San Gennaro Vesuviano lag. Dies auch angesichts der Existenz eines überzeugend passenden Gebäudes in diesem Ort, dem Kloster von der Frati Minori.

Die Lage des augusteischen Aquädukts nach heutigem Wissensstand. Man sieht, dass die Lettieri Karte auf die Lage der Cavallerizza in San Gennaro hindeutet. Saviano liegt auf der dem Vesuv abgewandten und damit falschen Seite des Aquädukts im Vergleich mit der untenstehenden historischen Karte. Nachgezeichnet von Esposito, L.; Ginolfi, M.; Leone, G.; Fiorillo, F. Geo-Hydrological Characteristics That Contributed to the Choice and Configuration of the Ancient Roman Aqueduct Aqua Augusta from Serino Springs.


Eine historische Karte aus dem Jahr 1642, die ‚Campania felix‘, das glückliche Kampanien zeigt und ein vergrößerter Ausschnitt.[38] Man liest in der Ebene hinter dem Vesuv direkt am dort eingezeichneten Aquädukt das Wort ‚Cavallerizza‘.
Die zweite Cavallerizza bei Longola
Die zweite Cavallerizza, die Regia Cavallerizza di Longola, ist verlässlich zu lokalisieren. Sie lag im Gebiet von Longola, heute Poggiomarino/Striano, unmittelbar am Sarno. Ein offizielles Planungsdokument[39] der Gemeinde Poggiomarino bezeichnet einen großen Teil des Gebietes noch immer ausdrücklich als „Cavallerizza, denominata Longora o Longola“, die von den Aragonesen als Weidegebiet für die Pferde des Hofes und des Heeres genutzt wurde.[40] Zudem sind zwei Zeichnungen des Gebäudes erhalten. Man sieht auf beiden ein schlichtes Gebäude mit kleinen Fenstern und einem Turm.
Eine katastrophale Schlacht bei der Cavallerizza im Jahr 1460 dürfte Ferrante den Ort verleidet haben. Er rettete sich mit nur vier Pferden nach Neapel. Von da an ist er fast stets im Krieg, bis er schließlich 32 Jahre später endlich die päpstliche Anerkennung der aragonesischen Thronfolge erringen kann. Es scheint, die Cavallerizza von Longola verfiel nach der Schlacht. Es verbleiben keine gesicherten Spuren.



Auf dieser Karte sieht man die Cavallerizza von Longola. La Valle del Sarno, in ASNa, Raccolta piante e disegni, cart. XXXII –23, La Longola. + La Cavallerizza di Longola (rechts vergrößert), in ASNa, Arch. Saluzzo di Corigliano, B. 60. In SYLVA MALA XXIV – 2022 Pag. 17 – Felice Marciano, Pasquale Marciano, Angelandrea Casale, Una cronaca del Quattrocento: la battaglia della Longola
Eine dritte Cavallerizza im Castel Capuano
Eine dritte Cavallerizza der Aragonesen können wir – später – im Castel Capuano lokalisieren. Unter Alfonso d’Aragona, dem Herzog von Kalabrien und Sohn König Ferrantes, entwickelte sich das Castel in den 1480er Jahren zu einem zentralen Bestandteil eines weitläufigen aragonesischen Residenzkomplexes im Osten Neapels.
Für das Jahr 1488 lässt sich dabei eine Cavallerizza nachweisen. Zwischen Februar und September dieses Jahres arbeitete der aus Florenz stammende Architekt Giuliano da Maianoan ihrer Fertigstellung. Zeitgenössischen Quellen berichten, wie der Herzog dort die Pferde der herzoglichen Residenz zwischen 1484 und 1491 ausländischen Adeligen präsentierte.
Erwähnt sei dabei natürlich auch, dass es im Castel Nuovo die Ställe Ferrantes gab und man ihre Böden gefunden hat. Diese sind dabei älter als die Cavallerizza im Castel Capuano.
Es ist wahrscheinlich, dass im Castel oder aber in einer der beiden Cavallerizze im Pian di Palma das Pferd ausgebildet wurde, auf dem Alfonso von Kalabrien, der Sohn König Ferrantes von Neapel, am 18. September 1477 die ersten urkundlich erwähnten Schulsprünge sprang.
Die Cavallerizza del Re in Neapel (1581)
Es scheint, die Cavallerizze der Aragonesen bekam später einen Nachfolger. Der spanische Vizekönig des Königreichs Neapel, Juan de Zúñiga y Requeséns, Prinz von Pietraperzìa, ließ im Jahr 1581, also kurz nach der Gründung der Caballerizzas Reales in Cordoba und Madrid, in der Nähe der Maddalena-Brücke in Neapel, nahe der östlichen aragonesischen Stadtmauer, eine Struktur namens ‚Cavallerizza del Ré‘ für die Ausbildung der Reiter der vizeköniglichen Armee auf den Fundamenten einer älteren aragonesischen Bastion errichten.[48]
Battista Caracciolo benennt Giuseppe D’Alessandro, Herzog von Peschiolanciano[49], Marquis von San Erasmo, als den ersten Stallmeister.[50]
Nachdem sie während der Unruhen von Masaniello im Jahr 1648 beschädigt worden war, wurde sie restauriert.[51] Bereits unter Karl II. von Spanien[52] war sie jedoch mehr oder weniger verlassen und ihr wurde ein Platz für Tierhatzen in Form einer enormen Freitreppe angebaut, den man Serraglio nannte. In der Folge wurde sie von Vanvitelli erheblich vergrößert und zur barocken Militärkaserne umgebaut. Im 2. Weltkrieg wurde der Serraglio zerstört. Einen überdachten Reitplatz in Form eines Porticos besaß auch diese Cavallerizza erst ab den Umbauten von 1648.[53]

Die Cavallerizza del Re an der Maddalena-Brücke in Neapel aus dem Jahr 1581. Sie beherbergte 200 Pferde und wurde auf einer älteren, aragonesischen Bastion errichtet. Daraus resultierte eine unförmige Baustruktur, und die Reitschule wurde später von Vanvitelli zur Militär-Kaserne umgebaut. In dieser späteren Form existiert sie bis heute als Bianchini-Kaserne. Veduta A. Baratta, 1670, wohl basierend auf einer Zeichnung von 1611
Es finden sich heute weder in Neapel noch in seinem Umland noch funktionstüchtige Renaissance-Reitplätze und kaum noch Reste der von Grisone aufgezählten 136 Gestüte. Vom Ausbildungsplatz der Pferde des Königs bei Nola überdauert nur der leere Platz im Zentrum von San Gennaro Vesuviano.
Ansonsten verbleiben lediglich die Namen von Orten, wie der der Cavallerizza bei Ostuni, wo die Sanseverino neben ihrem Gestüt in Serre ihren Stall gehabt haben sollen, oder ein paar Straßenbezeichnungen.[54] Als festes Gebäude verbleiben die Massa Cavallerizza, das Gestüt der Aragonesen und später Venezianer in Alberobello[55] und ein paar spätere Kasernen.[56] Eine historische Reithalle und Ställe existieren noch immer im königlichen Schloss von Neapel aus der Zeit des Barocks, sie stehen jedoch leer.
Die turbulente Geschichte der Herrschaft über Neapel, in der sich Franzosen und Spanier abwechselten,[57] sowie der weiche Vulkanasche-Bodenverwies die Neapolitaner der Renaissance, wie es scheint, über lange Zeit auf die Nutzung von Feldern und offenen Plätzen zur Ausbildung, genau wie man es in Grisones Buch liest.
Es gab jedoch schon bald festere Einrichtungen und Reitschulen an den Fürstenhöfen im nördlichen Italien. Herausragend wichtig wurde hierbei der Einfluss König Ferrantes auf seine Enkel in Ferrara und Mantua.
Der Enkel von Ferrante von Neapel, Herzog Alfonso, hatte von diesem Reitlehren gesandt erhalten und hatte die neapolitanische Reitkunst an den Hof von Ferrara übernommen. Seine Schwester Isabella d’Este schloss sich in Mantua an, wo im Palazzo Té und in seiner Sala dei Cavalli der schönste noch existierende [58] Stall der Welt entstand.
Fazit: Nach alledem kann man sagen, dass das Konzept der Reitschule der Reitkunst unter den Aragonesen aus deren höfischer Pagenschule im Rahmen ihrer Cavallerizze entstand, wohl allen voran in der aragonesischen Cavallerizza im (heutigen) San Gennaro Vesuviano unter König Ferrante von Neapel (Ferdinand I.).
[1] Ca. 210.000 EUR heute.
[1] Cesare Paderni, der Leiter der Reitausbildung an der Reitschule von Pinerolo, schreibt auf Seite 185 seiner Vorlesungen für den Masterkurs von 1891: „Um 1134 verließen verschiedene Knappen, die im Zirkus von Konstantinopel arbeiteten, diese Stadt und gingen nach Neapel, dem letzten Land in Italien, das immer noch die Autorität der Kaiser von Byzanz anerkannte, und gründeten dort so etwas wie eine Reitschule.“ Es ist nicht bekannt, woher Paderni diese Information hat. Die Enciclopedia Treccani weist ihrerseits auf die Ankunft von sieben byzantinischen Knechten in Neapel im Jahr 1134 hin, die von Michael IV., genannt der Paphlagonier, Kaiser des Byzantinischen Reiches, beauftragt worden seien, in dieser Stadt Unterricht zu geben. Michael IV. Paphlagonier, Kaiser ab 1034, starb 1041. Er hätte also diese Initiative nicht 93 Jahre nach seinem Tod, ergreifen können. 1134 regierte Johannes II. Da 1034 das Jahr der Thronbesteigung von Michael ist, müsste man eher von diesem Zeitpunkt ausgehen.
[2] Die Radschlosspistole gewann ab der Schlacht von Mühlberg 1547 an Bedeutung. Wichtig ist ihre anfängliche Schwäche. Sie musste beim Schuss auf die Rüstung des Gegners aufgesetzt werden, was die Wichtigkeit der angewandten Reitkunst erklärt. Dies erklärt auch, warum das durchschlagende Buch zur Reitkunst, Grisones Ordini di Cavalcare, erst 1550 erschien. Als erheblicher Förderer der Reitkunst profilierte sich in jenem Moment August von Sachsen und sein Sohn Christian I. Augusts Bruder Moritz von Sachsen war 1553 bei so einem Schusswechsel mit Reitkunstmanöver ums Leben gekommen.
[3] Ferrante wuchs in Spanien auf, aber wurde 1438 nach Italien geschickt.
[4] Kaiser Johannes VIII. Palaiologos, Patriarch Joseph II. von Konstantinopel, Bessarion, Plethon und hunderte weitere Griechen waren 1438–1439 monatelang in Italien. Das Konzil wurde zunächst in Ferrara abgehalten und ab Januar 1439 in Florenz; am 6. Juli 1439 wurde dort die Kirchenunion verkündet
[5] Es gab jedoch viele Kontaktpunkte. Um ein Beispiel zu geben: Niccolò Sagundino war 1438/39 offizieller Dolmetscher des Konzils von Ferrara und Florenz. Er kannte Bessarion bereits seit seiner Jugend und stand während des Konzils in engem Kontakt mit ihm. Nach dem Fall Konstantinopels wurde Sagundino 1454 nach Neapel geschickt und hielt am 25. Januar 1454 vor Alfons V. am neapolitanischen Hof einen ausführlichen Vortrag über die Türken, Konstantinopel und die politischen Möglichkeiten des Westens. Alfons ließ den Vortrag unmittelbar schriftlich festhalten.
[6] Alfons eroberte Neapel 1442. Danach begann eine sehr enge politische Verbindung zwischen Neapel und Ferrara. Leonello d’Este entwickelte zusammen mit seinem Bruder Borso eine Allianz mit Alfons. Eine estensische Gesandtschaft kam 1444–1445 nach Neapel. Leonello d’Este heiratete sodann 1444 Maria d’Aragona, eine natürliche Tochter Alfons‘ V. Ercole und Sigismondo d’Este wuchsen an der Seite Ferrantes in Neapel auf.
[7] Ercole d’Este wurde 1445 zusammen mit seinem Bruder Sigismondo an den Hof Alfons‘ V. nach Neapel geschickt, wo er bis 1460 blieb und sich als Ritter einen Ruf erwarb. Trevor Dean, „Ercole I d’Este, duca di Ferrara, Modena e Reggio“, Dizionario Biografico degli Italiani, vol. 43, 1993.
[8] Vgl. Fan S. Noli, George Castrioti Scanderbeg (1405–1468), New York 1947, S. 105, der unter Berufung auf Giammaria Biemmi, Istoria di Giorgio Castrioto Scanderbeg, lib. I, berichtet, dass „Conte Urana“ (Vrana Konti) zuvor an mehreren Feldzügen im Heer Alfons’ V. von Aragón teilgenommen habe. Die Angabe ist quellenkritisch mit Vorsicht zu behandeln, da Biemmis Werk als problematische Quelle gilt.
[9] Die Hetiter, Meder und dann Perser lebten alle in der gleichen kappadokischen Hochebene beim heutigen Kayseri (Türkei) bis in den nördlichen Iran. Das Gebiet wurde zeitweise von Byzanz erobert. Nisa heißt hetitisch in der Sprache der Hetiter.
[10] Herodot, Historien 3,106; 7,40; 9,20; Aristoteles, Historia animalium 9,50; Strabon, Geographika 11,13,7; 11,14,9; Oppian, Cynegetica 1,312 ff.; Vegetius, Mulomedicina 3,6
[11] Fages, Antoine et al. (including Ludovic Orlando), “Tracking Five Millennia of Horse Management with Extensive Ancient Genome Time Series”, Cell 177(6), 2019, pp. 1419–1435.e31. DOI: 10.1016/j.cell.2019.03.049.
[12] Vgl. Ulrike Ortrere, Geschichte des Reitens.
[13] Archivio Storico per le Province Napoletane, XXXIII (1908), fasc. 3, S. 481–490
[14] Bei Letzteren wurde das Pferd bis zum Bauch rotgefärbt. Siehe Zacharias Wehme, SLUB, Dresden und die Zeichnungen der Dresdner Inventionen von Daniel Bretschneider (Ulrike Ortrere, Die Dresdner Inventionen).
[15] Die üblichen Bilder der Stradioten, die nicht aus Reitbüchern stammen, zeigen sie meist im Sitz der Gineta-Reitweise.
[16] Diese soll schon vor der Einnahme Konstantinopels in Adrianopolis (Edirne) existiert haben und Skanderbeg soll an ihr gelernt haben, dies ist jedoch nicht sicher.
[17] Biografie Giovanni Castriota, Webseite Principi d’Albania, http://www.castriotascanderbeg.it/biografie/8-biografia-giovanni, konsultiert am 3.02.2025? Mit der Grafschaft Monte Sant’Angelo und San Giovanni Rotondo belehnt (und später auch mit den Grafschaften Soleto und San Pietro in Galatina), wich der Erbe der Castriota, Giovanni, nicht von der väterlichen Tradition ab. Als Befehlshaber des neapolitanischen Heeres kämpfte er mindestens zwanzig Jahre lang mit großer Entschlossenheit, beginnend 1480, als er nach Otranto eilte, um gegen seinen natürlichen Feind zu kämpfen. Schließlich trug er den Krieg sogar in seine alte Heimat, die inzwischen zu einer osmanischen Provinz geworden war, und schlug an der Spitze von 4.000 Fußsoldaten ein Kontingent des türkischen Heeres vernichtend. Vgl. Francesco Storti, „Fanteria e cavalleria leggera nel Regno di Napoli (XV secolo)“, Archivio Storico per le Province Napoletane, CXXXIII (2015), S. 1–47, hier S. 31–32, zur Ausbildung einer neapolitanischen leichten Kavallerie während des Otranto-Krieges, die nach Storti unmittelbar von albanischen Stradioten sowie balkanisch-osmanischen Reitertraditionen beeinflusst war.
[18] Siehe zu der Schlacht: I Castriota, signori di Monte Sant’Angelo e di San Giovanni Rotondo, fra mito e letteratura, Domenico Defilippis, Università di Bari, einsehbar auf https://www.archeologiadigitale.it/attidaunia/pdf/20-defilippis.pdf. Kritik: Während die historischen Quellen immer wieder auf die Pferde und die Reitweise der Stradioten unter Skanderbeg hinweisen, ignorieren oder negieren viele heutigen Wissenschaftler diesen ausschlaggebenden Punkt.
[19] Gjon II Kastrioti (italienisch: Ioanne Castrioto, Giovanni Castrioto; 1456 – 2. August 1514) war für kurze Zeit Herr von Krujë. Dann wurde er Herzog von San Pietro in Galatina (1485), Graf von Soleto sowie Herr von Monte Sant’Angelo und San Giovanni Rotondo. Als Pferdezüchter erwähnt man ihn regelmäßig als Herzog von San Pietro in Galatina.
[20] Le Razze del Regno, Federigo Grisone
[21] Man siehe die Statue eines persischen Reiters im Metropolitan Museum.
[22] Vgl. David Marsh, „Lorenzo Valla in Naples: The Translation from Xenophon’s Cyropaedia“, Bibliothèque d’Humanisme et Renaissance 46 (1984), Nr. 2, S. 407–420; Luciana Saccardi, „La versione di Lorenzo Valla della Ciropedia di Senofonte: il senso politico-celebrativo di talune peculiarità della traduzione“, Camenulae 11 (2014), S. 1–6, bes. S. 1–2. Valla übersetzte 1438 den ersten Teil des ersten Buches der Cyropaedia für den jungen Ferrante; die Übersetzung war Alfons gewidmet.
[23] Antoine de Pluvinel, L’Instruction du Roy en l’exercice de monter à cheval, Paris 1625; François Robichon de La Guérinière, École de cavalerie, Paris 1733.
[24] In Neapel erschien 1550 das erste ausschließlich der Reitkunst gewidmete und gedruckte Buch: „Gli ordini di cavalcare“ von Federigo Grisone, bei Giovan Paolo Suganappo. Es war außerordentlich erfolgreich und wurde bald in die wichtigsten europäischen Sprachen übersetzt. In Italien hatte es zwischen 1550 und 1620 sechzehn Auflagen. Also gibt es in Neapel seit dem 16. Jahrhundert, vielleicht schon seit dem Ende des 15. Jahrhunderts, die älteste Reitakademie, die in Geschichtsbüchern und Reitschriftstellern erwähnt wird, geleitet von Giovan Battista Pignatello oder Pignatelli. François Robichon de La Guérinière, der berühmteste französische Ritter und Meister, schreibt auf Seite 60 seiner Ecole de Cavalerie von 1733: Giovan Battista Pignatelli, Lehrer von Herr de La Broue, „hatte eine Akademie in Neapel: Diese Schule hatte einen so guten Ruf, dass sie als die erste der Welt galt. Die gesamte Aristokratie Frankreichs und Deutschlands, die sich in der Kavallerie vervollkommnen wollte, war verpflichtet, Lektionen bei diesem berühmten Lehrer zu nehmen.“ Es gibt keinen Beweis für die Existenz einer echten Akademie.
[25] Vom normannischen ‚harasz‘ = Gestüt. Es ist dabei wichtig, zu verstehen, dass sich etwa die historische Bezeichnung der ‚razza nostra‘ etc. nicht auf eine Rasse im heutigen bezieht. Ebenso für maneggio (Dressur, nicht Manege).
[26] Die Angaben finden sich unter dem Bild des Hengstes an der Wand der Feste Venafro.
[27] Karl ließ 80 Pferde, Stuten und Fohlen aus seiner neapolitanischen königlichen Stallung nach Spanien bringen. Sie wurden nicht mit dem König per Schiff, sondern auf dem Landweg nach Spanien geführt. Verantwortlich für den Transport war der cavallerizzo di campo Luigi (Luis) Papagalli.
Die Expedition setzte sich im Oktober/November 1759 in Bewegung. Am 20. Dezember 1759 befand sie sich bereits in Rom. Die Tiere legten anschließend eine gewaltige Strecke über Rom – Florenz – Turin – Lyon – Montpellier – Figueras – Barcelona – Zaragoza – Guadalajara – Aranjuez zurück. Die Ankunft erfolgte wahrscheinlich im Frühjahr 1760, möglicherweise erst im Juni. Sanidad Militar, Sanid. Mil. vol. 77 no.3 Madrid jul./sep. 2021, Epub 17-Ene-2022, https://dx.doi.org/10.4321/s1887-85712021000300008, «Los albéitares-mariscales y los caballos que vinieron de Nápoles a la caballeriza de Carlos III». En conmemoración del 175 aniversario de la creación del Cuerpo de Veterinaria Militar Español (1845-2020)
[28] Dom Duarte, Livro da ensinança de bem cavalgar toda sela („Buch der Lehre, gut auf jedem Sattel zu reiten“). Es blieb unvollendet.
[29] Eleonora d’Aragona, Tochter Ferrantes I. von Neapel, lebte seit 1473 in Ferrara; ihre Tochter Isabella d’Este, Ferrantes Enkelin, dann ab 1490 in Mantua. Beide Städte entwickelten durch den Einfluss Ferrantes eine große Kultur der Reitkunst.
[30] Grisone erwähnt in Ordini di Cavalcare (1550) eine solche Reitschule. Er schreibt „Messer Vincenzo Respino erzählte mir, dass er in der Reitschule des Königs ein störrisches, sehr altes Pferd hatte.“ Claudio Corte erzählt in Il Cavallerizzo, dass er selbst in Neapel in solch einer Pagenschule der Tochter Alfonso II., des Sohnes von König Ferrante, das Reiten lernte.
Auch der Vizekönig von Sizilien, García Álvarez de Toledo y Osorio (1514–1577), gründete 1567 eine höfische Schule in Palermo, in der die jungen Adligen nicht nur Reitkunst und militärische Disziplinen lernen konnten, sondern auch Mathematik, Geographie und Navigation studierten. Sie wurde Congregazione dei Cavalieri d’Armi (Kongregation der Ritter der Waffen) genannt, und der heilige Sebastian wurde ihr Schutzpatron. Als ihr Emblem wurde die Ponte dell’Ammiraglio (Admiralsbrücke) gewählt. January 20, 1567 – The day of Saint Sebastian the standard of the Academy’s knights was blessed and in the evening, the knights, completely armed with cold steel, escorted it throughout the city, holding torches. The illustrious Marquis of Avola was the Academy’s general, Baron Fiumesalato the counselor and Mr. Carlo Marchisi the standard-bearer. (PARUTA – PALMERINO, 1869, p. 27)
[31] Zu diesen gehören Pirro Antonio Ferraro und sein Vater Batista, die am spanischen Hof in Madrid unterrichteten. Carlo Theti war am Hof der sächsischen Kurfürsten angestellt. Jeronimo Tinti arbeitete als Leiter der spanischen Caballerizzas Reales in Córdoba. Auch Christina von Schweden und der englische Hof beschäftigten Neapolitaner. In Caen, Frankreich, soll bereits im frühen 16. Jahrhundert ein gewisser Janus Geronimo aus Neapel unterrichtet haben (Jean Rouxel, De instauratione cadomensis academiae oratio, Caen, Cavelier, 1536, S. 254).
[32] Sowohl Federigo Grisone als auch Pirro Antonio Ferraro erwähnen die Schule. Es ist Ferraro der Monte Pagano die Erfindung der Bahnfiguren zuschreibt. Cavallo Frenato, 1602. Grisone lernte bei Cola Pagano, wie er selbst schreibt. Ordini di Cavalcare, 1550.
Das Archivio Storico Municipale di Napoli verzeichnet ein kaiserliches Diplom vom 24. Dezember 1480, das die Legitimierung von Paduano Pagano, Sohn des „Magnifico Monte Pagano“, betrifft. Diplomi regi 117 1480 Privilegio di legittimazione di Paduano Pagano figlio di Monte Pagano Lettera Patentale dell’Imperatore Federico 3.°, data a Salisburg a 24 dicembre 1480, pel privilegio di legittimazione in persona di Paduano Pagano figlio del Magnifico Monte Pagano, rilasciato in Napoli dal Conte Palatine Pirro Luise Riccio per le facoltà ricevute, ed autenticato da Notar Cirio Santoro. 2 RIP. 0047
[33] Archivio Storico per le Province Napoletane, XXXIII (1908), fasc. 3, S. 481–490
„Come lo Imperatore Federico entrò in Napoli, e poi lo 4 dì entrò l’Imperatrice in Aversa“, online auf https://www.polodigitalenapoli.it (unter dem Jahr 1908)
[34] “Et seguitando per la falda de la montagna escie in quelli aquedutti fatti sopra certi archi grandi de mattoni, quali nella via che se va da la Foce ad Palma; dopo se torna ad mettere per la falda de la montagna et escie allo piano di Palma per sotto terra, et non per quelli aquedutti che pareano sopra terra, et tirando per sopra la cavallericia per lo predetto piano, per la massaria de Sto Martino, et altri luoghi va ad dare sotto Sta Maria de lo puzo.” (Und indem [der Aquädukt] weiter am Fuß des Berges entlangführt, tritt er auf jene Aquädukte aus, die auf bestimmten großen Ziegelbögen errichtet sind, welche an der Straße liegen, die von Foce nach Palma führt; danach verläuft er wieder am Fuß des Berges und tritt unterirdisch auf die Ebene von Palma, nicht über jene Aquädukte, die oberirdisch zu sehen waren; und indem er über die Cavallericia durch die genannte Ebene führt, [geht er] über die Masseria von San Martino und andere Orte, bis er unter Santa Maria del Pozzo ankommt.“) . Pier Antonio Lettieri war ein Architekt/Ingenieur, den der Vizekönig Don Pedro de Toledo 1560 mit der Untersuchung bzw. Planung der Wiederherstellung des antiken Aquädukts von Serino beauftragte. Sein Bericht: “Discorso dottissimo del Magnifico ms Pierro Antonio de Letchiero cittadino et Tabulario Napolitano circa l’anticha pianta et ampliatione dela Città di Nap. et del itinerario del acqua che anticamente flueva et dentro et fora la pred[ett] città per aquedotti mirabili quale secondo per più ragioni ne dimostra, era il Sebbetho celebrato dagli antichi auttori” wurde 1803 von Lorenzo Giustiniani im Dizionario geografico-ragionato del Regno di Napoli, Bd. VI, S. 382–411, veröffentlicht.
[35] „Kurz zuvor liegt Sirico, in derselben weiten und reizvollen Ebene, die man Piano di Palma nennt – nicht etwa, weil es zu dessen Gerichtsbarkeit gehört, sondern weil es darunter liegt und vollständig von dort aus zu sehen ist. Dort befand sich einst ein prächtiger Palast, von dem man noch unter der Erde die herrlichen Fundamente und eindrucksvollen Überreste findet. Nach Ansicht einiger wurde er vom Grafen Niccolò Orsini errichtet; andere hingegen glauben, dass er von den Königen von Neapel selbst erbaut wurde, damit sie hierher zu den Jagden auf Milane und Adler kommen konnten, als diese Gegend noch von Wäldern bedeckt war. Dies taten insbesondere König Ladislaus, Alfons II., Ferdinand III. und dessen Sohn Alfons III. und schließlich auch König Ludwig. Nicht weit davon entfernt liegt außerdem das noch volkreichere Casale von Saviano.“ (Poco innanzi è Sirico situato nello stesso ampio, e dilettevole campo, che il Piano di Palma s’appella, non perché alla di lei giurisdizione s’appartenga, ma perché le sta sotto, e tutto esposto alla di lei veduta. Era qua ne‘ poco fa scorsi secoli un magnifico palagio, di cui si trovano anche sotterra le sontuose fondamenta, e superbe vestigia, edificatovi a parer di taluni dal Conte Niccolò Orsini, o come altri credono, dagli stessi Re di Napoli per qua venire alle cacce de‘ Nibi, e dell’Aquile, allorché eran queste ancor boscose campagne: come fecero particolarmente il Re Ladislao, Alfonso II. Ferdinando III. e ‚l di lui figlio Alfonso III. e finalmente ancora il Re Lodovico. E poco distante da questo è l’altro anche più popoloso Casal di Saviano.) Della nolana ecclesiastica storia alla santità di nostro signore …, Gianstefano Remondini … Bd. I, S. 254 (alle drei Bände auf google books).
[36] https://catalogo.beniculturali.it/detail/ArchitecturalOrLandscapeHeritage/1500916519
[37] Die Siedlung wuchs zunächst zu einem Stadtviertel von Palma Nolana heran und wurde dann ab 1841 durch ein Dekret Ferdinands II. von Bourbon zu einer eigenständigen Gemeinde.
[38] Campania felix 1642, Carte de’ Regni di Napoli, e di Sicilia, Loro Provincie, ed Isole adjacenti fatte esattamente incidere da Antonio Bolifoni nel 1692, ed ora dal Dottor Luigi Bolifoni Suo Nipote, con piccole Mutazioni fatte ristampare e Dedicatte alla Sacra Maesta di Carlo Redi Napoli, Infante di Spagna. Autore Bolifoni, Antonio Bolifon. 1734.
[39] Auch die Planungsdokumente vom nahen Poggiomarino besagen ohne Quellenangabe: „Das Gebiet von Poggiomarino bildete zusammen mit dem Gebiet von Striano einen integralen Bestandteil der Grafschaft Sarno, die 1495 von Ferrante II. an Gironimo Tuttavilla verliehen wurde. Ein großer Teil dieses Gebietes gehörte zur sogenannten „Cavallerizza“, die Longora oder Longola genannt wurde und die das aragonesische Herrscherhaus als Weideland für die Pferde des Hofes und des Heeres bestimmte. PROPOSTA METODOLOGICA E PROGRAMMATICA, https://old.comune.poggiomarino.na.it/files/PUC/poggiomarino_doc%20metodologico_giugno2013.pdf?
[40] Siehe auch Luigi Ambrosio, Pasquale Marzano und Felice Marzano: La regia Cavallerizza di Longola nel territorio di Striano, erschienen 2017
[41] Nach dem langjährigen Konflikt mit Papst Innozenz VIII., der ihn 1489 sogar seines Königreichs entheben lassen hatte, kam es im Januar/Februar 1492 zur Aussöhnung. Im Juni wurde schließlich die päpstliche Investitur zugunsten von Ferrantes legitimer männlicher Nachkommenschaft ausgesprochen und damit die dynastische Nachfolge der Aragonesen rechtlich abgesichert. Zugleich starb mit Lorenzo de’ Medici einer der wichtigsten Garanten des italienischen Machtgleichgewichts. Ferrante hatte damit seine unmittelbare innenpolitische und dynastische Position gefestigt, auch wenn ihm der Tod Innozenz’ VIII. im Juli desselben Jahres und die Wahl Alexanders VI. bald erneut in Bedrängnis brachten.
[42] Luigi Tufano, „Potere feudale ed élite locale nel Mezzogiorno alla fine del Medioevo. Note sulla contea orsiniana di Nola“, in: Alessio Fiore / Luigi Provero (Hg.), La signoria rurale nell’Italia del tardo medioevo. 3. L’azione politica locale, Firenze University Press, 2021, S. 216, hier mit Verweis auf ASNa, Relevi Originali, 35, cc. 411–416, insbesondere das Memoriale im ersten Mandat vom 7. März 1493.
[43] San Gennaro Vesuviano war damals kein eigener Ort, sondern Teil des Feudo Palma Campania in der Pianura Campana. Es spaltete sich erst 1841 durch ein Dekret Ferdinands II. von Bourbon als eigener Ort ab. Vor der Zeit der Aragonesen war es mehr oder weniger nur eine Kirche und ein Wald.
Die Gemeinde San Gennaro Vesuviano liegt auf dem Gebiet der Kampanischen Ebene (früher unter dem Namen Planum Palmae bekannt), heute als il Piano bezeichnet, der vom Vesuv und vom Monte Sant’Angelo begrenzt wird. Das Piano bildet eine natürliche geologische Verbindung zwischen dem Gebiet von Nocera-Sarno und dem von Nola.
In der Zeit der Aragonesen diente die Gegend als Jagdgebiet für die Jagd mit Falken und zur Pferdezucht. Noch im Jahr 1631 erwähnt der Vertrag, mit dem Scipione Pignatelli, Graf von San Valentino und Markgraf von Lauro über den Notar Galeota eine großzügige Schenkung an den Bischof von Nola, Monsignore Fabrizio Gallo, zugunsten der Minderen Reformierten Brüder des Heiligen Franziskus macht, eine Kirche aber auch eine Cavallerizza.
Die Pferde der Herrscher von Neapel waren 1581 nach Neapel gebracht worden, um von da an auf dem Gebiet der heutigen Bianchini-Kaserne ausgebildet zu werden. 1631 ist das Jahr des letzten großen Vesuv-Ausbruchs mit mehr als 3.000 Todesopfern.
[44] Die Fiera Vesuviana findet seit 1613 ununterbrochen statt. Sie wurde von Markgraf Scipione Pignatelli, dem Herrn von Palma und Lauro, gegründet, der das bereits seit langer Zeit mit großem Zulauf der Bevölkerung vor der mittelalterlichen Kirche Sant’Januarius in Silvia gefeierte Fest zu Ehren des heiligen Januarius in einen Jahrmarkt umwandelte. Die Kirche lag mitten im Planum Palmae, wo sich die alte Cavallerizza König Ferrantes befand. Webseite der Stadt: https://comune.sangennarovesuviano.na.it/vivere-il-comune/fiera-vesuviana-dal-1613/
[45] Die erste Reithalle der Welt entstand Ende des 16. Jahrhunderts aus einem Jeu de Paume beim Schloss von Dresden, wo dann 1618 auch ein erstes wirkliches Reithaus gebaut wurde. Es kann auch ein kurz vor letzterem gebautes Reithaus in Weimar gegeben haben.
[46] So arbeitete Pignatelli in Rom bei den Orsini und Farnese, Carlo Theti in Dresden bei den für die Reitkunst so ungemein wichtigen Wettinern, Geronimo Tinti war Stallmeister der Habsburger in Cordoba, Pirro Antonio Ferraro diente Philip II. Man siehe auch Janus Geronimo, der in Caen in Frankreich gelehrt haben soll. Corinne Doucet, « Les académies équestres et l’éducation de la noblesse (XVIe – XVIIIe siècle) », Revue historique, vol. 4, no 628, 2003, p. 817-836 (DOI 10.3917/rhis.034.0817 online : https://www.cairn.info/revue-historique-2003-4-page-817.htm. Sihe auch zum Etablissement von Rouen, unterhalten von Francisco del Campo: AN O1917, fol. 162, 11 mars 1780, Prospectus de l’établissement d’un lycée social en la ville de Rouen.
Vgl: Cavallo frenato di Pirro Antonio Ferraro Napolitano, cavalerizzo della Maesta cattolica di Filippo II, Ferraro Pirro Antonio, 1602
[47] Federigo Grisone, Ordini di Cavalcare
[48] “Più avanti, dalla stessa parte, si vedono le stalle regie, dette la Cavallerizza, che stanno avanti del lido del mare Fu questo luogo ristaurato dal Conte d’Ognatte, essendo stato malridotto dal popolo tumultuante, e con questa occasione vi fece un luogo coverto per poter addestrare i cavalli”, Notizie del bello, dell’antico e del curioso della città di Napoli, 1694.
Siehe auch Ludovico de la Ville sur-Yllon: “Nella piazza che segue vedesi a sinistra la caserma della Maddalena, ora sede di un reggimento di artiglieria. Fu edificata nel 1581 dal Viceré Principe di Pietrapersia per Cavallerizza e conserva presso a poco l’antica forma… Saccheggiata nei tumulti di Masaniello, fu restaurata nel 1648 dal Conte di Ognate”, Dal Carmine a Revigliano, in Napoli Nobilissima, 1899. Sieht man die späteren Beschreibungen hatte das Gebäude eher eine Amphitheater-Form, aber kein Dach im Sinne einer Reithalle.
[49] Pietra di paragone, Giuseppe D’Alessandro duca di Peschiolanciano divisa in cinque libri, 1723, S. 290, ttps://historica.unibo.it/explore?bitstream_id=726807&handle=20.500.14008/78880&provider=iiif-image&viewer=mirador.
[50] Im Jahr 1581 erhielt Juan de Zúñiga y Requesens, Fürst von Pietrapertosa und Vizekönig von Neapel, den Auftrag, „große Ställe“ zu errichten, also die königliche Reitschule an der Ponte della Maddalena, wie Carletti berichtet: „…wo die königlichen Pferde ausgebildet wurden, und wo der Boden von ausgezeichneten Meistern für den Adel geebnet wurde“. Bereits 1586 soll die Reitschule jedoch verlegt werden, da man sich schon 5 Jahre nach der Einrichtung über die Lage beklagte. Sie bestand jedoch vorerst in dem etwas zusammengewürfelten, auf einer älteren aragonesischen Bastion errichteten Gemäuer mit 200 Pferden fort, bevor sie dann von Vanvitelli erweitert und mit einem Serraglio für Tierhatzen ergänzt wurde. Die Vanvitelli-Kaserne besteht bis heute unter dem Namen Bianchini-Kaserne fort. Siehe mit Referenzen: Renato Carrelli, La real fabbrica del quartiere di cavalleria al ponte della Maddalena, 2012
Siehe auch Aprato G., Il serraglio di Sanfelice al Ponte della Maddalena, in Napoli nobilissima, 6, 1964, S. 237–246. Vgl. auch Di Mauro M., Il Serraglio delle Fiere al ponte della Maddalena, in Napoli Nobilissima, gen. 2005, S. 146–151. Die für den späteren Serraglio gegebene Beschreibung ist die folgende: „Das Hauptgebäude, das mit einer Neigung von 45 Grad direkt in einen Teil der Caserma Vanvitelliana mündete, bestand aus einem Baukörper in „U“-Form, der von einem Vorhof umgeben war. „Zu diesem Vorhof gelangte man über eine breite, kreisförmig sich öffnende Treppe mit zwei Flügeln. Abgesehen von den zwei Portalen aus Piperno, eines am Baukörper und das andere am Vorhof, war der Rest der Struktur vollständig aus Tuffstein gefertigt und mit zwei Reihen von Pilastern sowie Bändern, die mit diamantförmigen Bossen verziert waren, geschmückt. Die Tiere waren in 36 Zellen eingesperrt, von denen drei große für Elefanten und Giraffen bestimmt waren, eine für einen Löwenkäfig und vier kleinere für Kamele und Strauße. Im ersten Stock, den man über eine breite Galerie erreichte, befanden sich die königlichen Suiten, während die Barone im zweiten Stock untergebracht werden konnten, welcher ebenfalls mit seitlichen Loggien für den Genuss der Aufführungen ausgestattet war.“
[51] Schaut man sich eine spätere Beschreibung an, scheint das Gebäude des Serraglio einen Stall, Zuschauerlogen in Form einer Treppe und einen Vorführungsplatz umfasst zu haben. Es war an die Vanvitelli-Kaserne angefügt. Diese, eine Bourbonen-Kaserne, später Bianchini-Kaserne getauft, die die ursprüngliche Cavallerizza del Re von 1581 ersetzte und, wie von Karl III. gewünscht und von Luigi Vanvitelli entworfen, zwischen 1757 und 1759 errichtet wurde, besteht noch heute.
Es heißt zuweilen, dass sich Pignatellis Reitakademie bereits vorher beim oder im Palazzo degli Studi befunden habe, der heute das archäologische Nationalmuseum Neapels beherbergt. Laut Andrea Milanese, dem Konservator des Museums (Mitgeteilt durch Vermittlung des Direktors des Nationalmuseums, Paolo Guilerini, in einer Email vom März 2024 an die Autoren) existieren schriftliche Beweise, wie etwa eine historische Marmortafel, die belegen, dass zwischen 1582 und 1586 der Herzog von Ossuna, damaliger Vizekönig von Neapel, durchaus beabsichtigte, eine Cavallerizza auf dem Gelände des heutigen Nationalmuseums zu errichten. Das Projekt wurde jedoch 1586 aufgegeben, weil es auf dem Gelände an Wasser mangelte. Pignatelli beherbergte es nie. Dreißig Jahre später wurde am selben Ort der Palazzo degli Studi errichtet, der im Jahr 1616 eingeweiht wurde, obwohl er noch nicht fertiggestellt war, und der bis 1777 als Sitz der Universität von Neapel diente. Ab 1778 wurde das Gebäude umgebaut und erweitert, um das Königliche Museum von Neapel zu schaffen.
[52] Pietra di paragone, Opera di d. Giuseppe D’Alessandro duca di Peschiolanciano divisa in cinque libri, 1723, S. 290
https://historica.unibo.it/explore?bitstream_id=726807&handle=20.500.14008/78880&provider=iiif-image&viewer=mirador. Siehe dort im Lebenslauf von Carlo Miraballo junior, S. 296.
[53] Renato Carrelli, La real fabbrica del quartiere di cavalleria al ponte della Maddalena, 2012
[54] Die Via Cavallerizza in Neapel wurde während der Herrschaft von Karl von Bourbon für militärische Zwecke genutzt, weshalb die Villa von Don Garcia di Toledo (Sohn von Don Pedro di Toledo), die sich im heutigen Largo Ferrandina befand, durch ein neues Gebäude ersetzt wurde, das als Cavallerizza genutzt wurde – ein Begriff, der einen zum Königspalast gehörenden Komplex bezeichnete, der als Pferdestall, Reitschule, Kaserne und Kutschenlager diente und dessen umliegender Raum für Übungen genutzt wurde. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Straße als „Via della Cavallerizza“ bezeichnet, und das gesamte Dorf Chiaia begann, „Borgo della Cavallerizza“ genannt zu werden.
[55] Die Cavallerizza war eine wichtige Zucht- und Trainingsstation für Pferde, die die Regierung der Serenissima (Venedig) von 1495 bis 1530 in Apulien besaß. Sie befindet sich am Hang eines der Hügel der Murge, die die rechte Seite des Tals – Canale di Pilo – flankieren. Die Cavallerizza liegt auf 335 Metern über dem Meeresspiegel und ist nach Süden ausgerichtet, an einem reizvollen Ort, der das riesige Tal überblickt. Das Gebäude der Cavallerizza besteht aus einem zentralen Kern mit Erdgeschoss und erstem Stock in der Form eines kleinen Palazzos (dieser diente vermutlich als Wohnsitz der Familie des Leiters der Pferdezuchtstation) sowie einer Ansammlung von Unterkünften für die Pferdepfleger und andere Untergebene; einer kleinen Kirche, Lagerräumen, Ställen, Remisen, Heuschobern, Scheunen, Höfen und Zisternen mit großen Tränken. Die Cavallerizza wurde Mitte des 15. Jahrhunderts von Alfonso di Trastamara, genannt der Großmütige (1393-1458), gegründet, der später als Alfonso V. von Aragón und als Alfonso I. von Neapel von 1442 bis 1458 König wurde. Er ging in die Geschichte ein als Stammvater des aragonesischen Zweigs von Neapel. Giuseppe Tassini, Curiosità veneziane zitiert in “La Cavallerizza della Serenissima in Puglia”, https://www.venetinelmondo.org/la-cavallerizza-della-serenissima-in-puglia
[56] Wie etwa die Bianchini-Kaserne, die die Cavallerizza von Neapel ersetzte und die noch immer als Bürogebäude besteht.
[57] Zwischen 1501 und 1528 tobten um Neapel Kämpfe zwischen Frankreich und Spanien unter dem Kaiser.
[58] Der Kurfürstliche Stall von Dresden existiert noch im ‚Johanneum‘, wurde aber erheblich verunstaltet.

Kommentar verfassen